Eine Herkunftsmutter
Zur Freigabe genötigt
Kindervermittlung - Kinderbeschaffung
Kindervermittlung - Kinderbeschaffung
Kindervermittlung – Kinderbeschaffung        
        
Legale, umstrittene und illegale ›Angebote‹.
   
     
Adoption
(die rechtliche Zugehörigkeit zur Herkunftsfamilie, bzw. einem Teil davon, wird irreversibel aufgehoben)
    
Es gibt mehrere Möglichkeiten oder Vorgehensweisen, die einzeln oder in unterschiedlichen Kombinationen zutreffen können und die jeweils sehr individuelle Ursachen haben:
   
♦  Inkognito-, offene/halboffene Adoption
♦  Inlands- oder Auslandsadoption
♦  Stiefkindadoption
♦  Verwandtenadoption
♦  Erwachsenenadoption
         
       
Inkognitoadoption
    
»Die Adoption nach deutschem Recht ist grundsätzlich eine Inkognito-Adoption. Die leiblichen Eltern erfahren nicht, wohin das Kind kommt. Teilweise wird dies kritisch gesehen, denn die "Wurzeln" des Kindes werden regelrecht "gekappt". Dies kann sich dann als Belastung herausstellen, wenn in einer späteren Lebensphase die Suche nach der eigenen Identität beginnt.«
           
»Mit der notariellen Einwilligung in die Adoption, die nicht widerrufen werden kann, ruhen alle Rechte der leiblichen Eltern wie z. B. das Recht auf Umgang mit dem Kind (§§ 1751 BGB). Mit dem gerichtlichen Abschluss der Adoption endet die rechtliche Beziehung der leiblichen Eltern zu ihrem Kind vollständig (§§ 1754 ff. BGB). Das leibliche Kind wird rechtlich zum "fremden" Kind.«  (Quelle: Bayerisches Landesjugendamt)
       
     
Nach diesen Aussagen dürfte jedem klar sein, wie die rechtliche Lage in Deutschland aussieht! 

            

Offene/halboffene Adoption
             
Darf's ein bisschen ›offen‹ sein?
            
Obwohl die Inkognito-Adoption bis zum heutigen Tag in Deutschland die einzige, rechtlich verbriefte Adoptionsform ist, werben viele Adoptionsbroschüren inzwischen mit der Möglichkeit einer ›offeneren‹ Vorgehensweise. Grundsätzlich ist das ein Schritt in die richtige Richtung, aber bei näherem Hinsehen entpuppt sich dieser Fortschritt als Mogelpackung, denn die rechtliche Situation sieht nun einmal so aus:
»Eine ›halboffene‹ oder ›offene‹ Adoption unterscheidet sich rechtlich nicht von einer Inkognito-Adoption. […]. Mit der notariellen Einwilligung in die Adoption, die nicht widerrufen werden kann, ruhen alle Rechte der leiblichen Eltern wie z. B. das Recht auf Umgang mit dem Kind (§§ 1751 BGB). Mit dem gerichtlichen Abschluss der Adoption endet die rechtliche Beziehung der leiblichen Eltern zu ihrem Kind vollständig (§§ 1754 ff. BGB). Das leibliche Kind wird rechtlich zum ›fremden‹ Kind. Da die Adoption unter einer Bedingung nicht zulässig ist, können auch keine rechtsverbindlichen Vereinbarungen oder Verträge zur Gestaltung des Adoptionsverhältnisses mit den zukünftigen Adoptiveltern getroffen werden (§ 1752 Abs. 2 BGB). Das ›Adoptionsgeheimnis‹ schützt die Adoptivfamilie. Informa-tionen über das Kind an die leiblichen Eltern und persönliche Kontakte sind nur möglich, wenn die Adoptiveltern damit einverstanden sind (§ 1758 BGB). Erst wenn das Adoptivkind die Volljährigkeit erlangt hat, sind Kontakte zu ihren leiblichen Eltern nicht mehr von der Zustimmung der Adoptiveltern abhängig.«
    
 
Im Klartext heißt das:
  • Keiner hat ein Recht auf Öffnung des Inkognito.
  • Wenn Herkunftseltern nur deswegen in eine Adoption einwilligen, weil man ihnen eine offene/halboffene Adoption anpreist, dann sollten sie lieber auf dieses verlockende Angebot verzichten, denn alleine die Adoptiveltern bestimmen wie lange es Gültigkeit haben wird. 
  • Jeder, der sich auf ›halboffen‹ oder ›offen‹ Adoption einläßt, sollte auch reif dafür sein, denn eine derartigen Adoptionspraxis erfordert eine ganz besondere menschliche Größe. Die Adoptiveltern müssen auch tatsächlich dazu bereit sein zu ›teilen‹ und die anderen müssen sich immer dessen gewahr sein, dass sie trotz ›offen‹ keine Rechte mehr an ihren Kindern haben. 
  • Beide Parteien dürfen nie vergessen, dass es dabei primär um das Wohl der Adoptierten geht.
  • Herkunftseltern/-mütter, die eine offene Variante ablehnen, sollten ergründen, ob ihre Haltung aus Egoismus resultiert oder sie vor Trennungsschmerz nicht dazu bereit sind. Im ersten Fall sollten sie sich fragen, ob sie das ihren Kindern gegenüber verantworten können, im zweiten Fall, sollten sie um Hilfe bitten oder wenigstens signalisieren, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal darüber nachdenken wollen.
  • Die Adoptionsvermittler, die mit ›offen‹ Werbung für Adoption machen, sollten auch dafür sorgen, dass beide Parteien die zum Gelingen notwendige Unterstützung erhalten. Das betrifft sicher nicht nur die Anfangszeit; auch später muss es möglich sein, dass bei aufkommenden Problemen eine neutrale Vermittlung sichergestellt ist. Ist dem nämlich nicht so, sehen sich Adoptierte möglicherweise in eine Art ›Rosenkrieg‹ verwickelt und das wäre die schlimmste Auswirkung dieser modernen Vorgehensweise und einmal mehr zahlt die/der Adoptierte die Zeche!     
In meinen Augen hängt ein Gelingen hier maßgeblich davon ab, warum die Adoptiveltern adoptiert haben und, dass die Abgabe seitens Herkunftseltern, -müttern auch wirklich eine bewußt getroffene Entscheidung war. Es gibt sicher Fälle, wo man um ein Inkognito nicht herum kommt, um das Adoptivkind und dessen neue Eltern zu schützen, aber Inkognito sollte heutzutage die Ausnahme sein und nicht die Regel.
     
       
Viele offene Fragen  
               
♦ Wie ist der Wunsch nach einer halboffenen oder offenen Adoption statistisch
  zwischen den Paaren verteilt?
♦ Wie viele der als offen begonnen Adoptionen werden abgebrochen?
♦ Wenn abgebrochen wird, auf wessen Initiative hin?
           
                 
Als 1969 mein Fall abgewickelt wurde, kam außer einem strengen Inkognito nichts in Frage. Mir hat dieser Umstand mein ganzes Leben versaut, denn erstens wurde ich zur Adoption genötigt und zweitens hat man mir durch das Inkognito jahrzehntelang das Wissen um das Wohlergehen meines Kindes vorenthalten. Besonders enttäuscht bin ich darüber, dass meine Tochter glaubt, ihre Eltern zu verletzen, wenn diese von einem Kontakt ihrer Tochter zu deren Herkunftseltern erfahren würden. Was ist das für eine (Adoptions-)Welt?          
  
        
               
Auslandsadoption
    
Wird noch weiter bearbeitet!
  
Als selbst Betroffene vom Verlust eines Menschen durch Adoption (eigentlich zweier, denn den Vater meines Kindes habe ich damals ja auch mit ›verloren‹), kann ich mir einigermaßen vorstellen, wie es Auslandsadoptierten gehen muss, die nicht nur ihre Wurzelfamilie verloren haben, sondern auch gleich dazu ihre Kultur. 
               
Nicht nur aus diesem Grund, lastet meiner Meinung nach auf denen, die Auslandsadoptionen durchführen, eine ganz besondere Verantwortung. Zu dem hier angesprochenen Problem kommen noch viele andere, wie illegaler Kinderhandel, politische Verhältnisse oder die später oft unmögliche Suche der betroffenen Adoptierten nach ihren Herkunftseltern.
               
Hier kann nur eine sehr sorgfältig geplante und verantwortungsvolle Vorgehensweise verhindern, dass das verfahren auch wirklich zum Wohle des Kindes durchgeführt wird. Für mich gehört dazu unbedingt, dass …  
  1. die Verpflanzung ins Ausland auch wirklich die letzte Möglichkeit ist (woran ich persönlich teilweise höchste Zweifel hege),
  2. so viele Informationen über die Herkunftsfamilien wie irgend möglich in Erfahrung gebracht wird – oder besser, gebracht werden muss . Für mich wäre es ein Alarmsignal, wenn man mir sagen würde, dass das alles Waisen- oder Findelkinder sind,
  3. die Betroffenen von Anfang an auch mit zwei Kulturen aufwachsen können. Das ist heute, im Zeitalter von Internet und Reisebüchern bis zum Abwinken, zumindest kein finanzielles Problem mehr. Ob, oder wie intensiv Adoptierte diesen Weg dann weiter entwickeln, sollte allerdings alleine ihnen überlassen werden.
              
Bertrand Tavernier (in einem Interview zu seinem Film »Holy Lola«):
               
"Für die Auslandsadoption gilt, was Churchill über die Demokratie gesagt hat: Es ist fürs erste die am wenigsten schlechte Lösung und man hat noch keine bessere gefunden. Was man nur hoffen kann, ist, dass sich die Betreuung der Waisenkinder in Ländern wie Kambodscha in den nächsten Jahren verbessert, und dass dort mehr Leute selbst Kinder adoptieren – was sie im Moment noch zu wenig tun."       
        
Weiterführende Informationen
     
Bundeszentrale für Auslandsadoption
    
Ethik.Blog – ein kritisches Blog von Eltern, die Kinder aus Äthiopien adoptiert haben.
        
terre des hommes  – und die Auslandsadoption
        
Eltern für Kinder e.V.  – sucht Eltern für Kinder, nicht umgekehrt
             
Kinder aus Osteuropa – UNICEF-Report zur Lage der Kinder in Osteuropa und Zentralasien
         
      
     
Stiefkindadoption
          
Begriff
    
Adoptionen, bei denen geschieden Elternteile wieder heiraten und der neue Partner das/die Kind(er) adoptieren will.
Stiefkindadoptionen sind teilweise sehr umstritten, denn oft werden sie nur deswegen angestrebt, weil man/frau auf diesem Weg den ehemaligen Partner aus dem Sorgerecht will. Oft willigen genervte leibliche Elternteile nur deswegen in die Adoption ein, weil sie das ewige Gerangel um das Sorgerecht leid sind.
 
Die rechtliche Seite 
         
Der jeweils andere Elternteil muss der Adoption zustimmen. Er ist dadurch unwiederbringlich nicht mehr verwandt mit seinem Kind/seinen Kindern. Der neue Elternteil, der das Kind adoptiert, erhält das volle Sorgerecht und das Kind ist erbberechtigt wir ein leibliches. Bei Kindern, die das 14. Lebensjahr erreicht haben, ist auch deren notarielle Einwilligung erforderlich. Auch eine Stiefkindadoption ist nicht mehr rückgängig zu machen.
        
Weiterführende Informationen
     
Stiefkindadoptionen – private Homepage
            
Harald – Ein Beispiel für einen gnadenlosen Adoptionsbürokratismus
     
 
           
Verwandtenadoption
      
Begriff
       
Adoptionen, bei denen Verwandte von anderen Verwandten adoptiert werden (z. B. Neffe wird von Tante und Onkel adoptiert, weil die leiblichen Eltern verstorben sind).
 
Die rechtliche Seite 
          
Die neuen Eltern erhalten das volle Sorgerecht und die/der Adoptierte ist erbberechtigt wir ein leiblicher Nachkomme. Bei Personen, die das 14. Lebensjahr erreicht haben, ist auch deren notarielle Einwilligung erforderlich. Auch eine Verwandtenadoption ist nicht mehr rückgängig zu machen.
 
           
   
Erwachsenenadoption...
      
Begriff
     
Adoptionen, bei denen volljährige Personen von anderen Personen adoptiert werden. Das können eigene Verwandte sein oder völlig fremde Personen. Im Falle von fremden Personen handelt es sich meistens um Erbschaftsangelegenheiten (z. B. zum Erhalt einer Familiendynastie) oder um den Erwerb von Adelstiteln (siehe Regenbogenpresse).
       
Da weder das eine noch das andere von Relevanz für das Thema Herkunftseltern ist, wird an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen.
    
      
             
Samen-/Eizellenspende     
       
Samenspende – in Deutschland erlaubt
    
Wird erst noch weiter bearbeitet!
    
Weiterführende Informationen
     
Zeitrafferin – private Homepage einer von Samenspende Betroffenen
            
Private Samenspende – Darf der unerfpllte Kinderwunsch so weit gehen?
       
Spenderkinder - Eine Informationsseite zur Aufklärung über die Situation und Probleme von Menschen, die durch Samenspenden gezeugt wurden. 
      
......... – ..............  
         
      
Eizellenspende – in Deutschland verboten
    
Wird erst noch bearbeitet!
     
Weiterführende Informationen
     
......... – ...........
            
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Leihmutterschaft
        
Bei Leihmutterschaft gibt es verschiedene Varianten:
      
♦ sowohl das Ei als auch der Samen stammen von den Auftraggebern
  (= volle Leihmutterschaft)
       
♦ nur der Samen stammt von den Auftraggebern, das Ei jedoch von der Leihmutter
  (= partielle Leihmutterschaft)
    
 
In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Leider hält dieser Umstand einige Bundesbürger nicht davon ab, sich ihre Wunschkinder für viel Geld durch Leihmütter im Ausland zu beschaffen. Besonders in Osteuropa hat man den ›Bedarf‹ erkannt und nutzt die Situation zum Mitverdienen schamlos aus, was die in perfektem Deutsch formulierten, einschlägigen Internetseiten deutlich machen.
Was viele Kinderlose auch hierbei nicht bedenken, sind die Gefühle der so entstandenen Menschen – für Geld bei der Produzentin in Auftrag gegeben! Es ist für mich nur schwer vorstellbar, wie ein Jugendlicher, der von seiner derartigen Entstehung erfährt, damit umgehen soll. Im Falle der vollen Leihmutterschaft kommt noch dazu, dass es den betroffenen Kindern später nur sehr schwer sein wird, ihre wahren biologischen Wurzeln jemals aufzuklären. Das ist denen, die sich auf derartige Weise Wünsche erfüllen, offenbar egal. Es geht aber um ihre eigenen Kinder …
   
Wie weit werden Menschen noch gehen, um sich ihre Wünsche zu erfüllen?