Eine Herkunftsmutter
Zur Freigabe genötigt
Im falschen Moment "unterwegs"
Im falschen Moment "unterwegs"
Im falschen Moment ›unterwegs‹ 
   
     

               
Adoptionsfreigabe – warum der ›Nachschub‹ nie versiegt:
       
Meine eigene Erfahrung – oder der Wert von Familie

Abgeschoben, abgetrieben, ›verklappt‹, ausgesetzt, getötet – warum lässt eine Gemeinschaft das zu? 

Das Kind, das ich als Minderjährige 1969 zur Adoption freigeben musste, war zwar sicherlich nicht ›geplant‹, aber ganz bestimmt nicht ›ungewollt‹ – jedenfalls nicht von seinen leiblichen Eltern. Deren Eltern wiederum, waren nicht dazu in der Lage, ihre Kinder davor zu schützen, dass sie kurz vor dem Abitur selbst Eltern wurden. In Zeiten, in denen der Kindsvater keinerlei Rechte, aber (Zahlungs)pflichten hatte, war es für die Eltern der Kindsmutter ein Leichtes die sozial elegante Abgabe dieses ›ungewollten‹ Familienmitgliedes durchzusetzen.

Auf der Homepage »Väteraufbruch« zum Thema ›Kinder, die ohne Väter aufwachsen‹ aufgelesen:  »71% der schwangeren Teenager stammen aus vaterlosen Familien…«
         
In unzähligen Publikationen zum Thema Freigabe durch die leiblichen Eltern, sind über die Gründe, die zur Adoption geführt haben, unisono meistens die nachfolgenden aufgeführt:
  • die Mutter wurde vom Kindsvater alleine gelassen und/oder er ist (angeblich) nicht bekannt
  • die familiäre Situation der Kindseltern/der Mutter ist (sozial) katastrophal
  • die Mutter lebt als ›lllegale‹ im Land
  • die Mutter ist krank und hat nie eine Beziehung zu ihrer Schwangerschaft aufgebaut oder konnte das gar nicht
  • die finanzielle Situation der Kindseltern erscheint ausweglos
  • die Mutter lebt bewusst alleinstehend, das Kind war nicht geplant (z. B. Pillenfehler)
  • die Mutter/die Kindseltern ist/sind minderjährig, unreif und mit der Situation überfordert
  • u. a.     
Auf nur wenigen dieser Listen taucht ein weiterer Grund auf: die Mutter oder beide Elterteile werden von Dritten zu einer Adoptionsfreigabe genötigt oder gezwungen! Wenn man schon in den ›normalen‹ Fällen nur selten von einer bewussten Freigabeentscheidung sprechen dürfte, so gibt es sehr viele Adoptionsfälle, die nur auf mehr oder weniger massiven Druck seitens Dritter zustande kommen.

Siehe hierzu auch die Unterseite Zwangsadoptionen dieser Homepage   

             
Es geht aber auch anders!
           
Wenn Jugendamt und Familie zusammenarbeiten, ist Adoption auch bei minderjährigen Müttern vermeidbar –  wenn man das nur will. Lesen Sie folgendes Beispiel:
              
In einer Online-Ausgabe der Schwäbischen Tageblatt GmbH erschien am 26. Mai 2009 ein Artikel über Donum Vitae und das Jugendamt Freudenstadt in Zusammenhang mit schwangeren Minderjährigen. Darin stellt die Leiterin des Jugendamtes fest, dass die Unterstützung aus der eigenen Familie sehr wertvoll ist. In Gesprächen würden den angehenden Müttern diverse Hilfen angeboten, die von einer Unterstützung bei der Betreuung und der Erreichung eines Schulabschlusses bis zur Unterbringung in einem Mutter-Kind-Heim reichen. Sie sagt: „Wir finden eine ganz individuelle Lösung für jeden einzelnen Fall. Außerdem kümmere sich das Jugendamt um die Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen, wenn nötig, um einen Vaterschaftstest oder die Formalitäten zu einer Adoption. Bisher hat im Kreis Freudenstadt noch nie eine minderjährige Mutter ihr Baby zur Adoption freigegeben!"     
   
     
    
Abtreibungen
      
Auch wenn Abtreibung bei uns heutzutage unter gewissen Bedingungen straffrei ist, bleibt es eine Vernichtung von gerade entstehendem Leben. Das sollte jedem bewusst sein, der daran denkt eine Schwangerschaft auf diese Art und Weise zu beenden. Ungewollte Schwangerschaften wird es trotz bester Verhütungsmethoden immer geben und es darf keine Frau dazu gezwungen werden ein Kind auszutragen, das sie nicht gewollt hat. Erstens würden die meisten dieser Kinder unter denkbar ungünstigen Umständen das Licht der Welt erblicken, denn selbst Adoption ist nicht unbedingt eine erstrebenswerte Alternative zur leiblichen Familie, und zweitens würde eine erzwungene Austragung die betroffenen Frauen zu Gebärmaschinen degradieren.
       
Das beste Mittel gegen Abtreibung ist eine sichere Verhütung und vor allem eine wirkungsvolle und flächendeckende Aufklärung unserer heranwachsenden Kinder. Heute kommen Kinder bereits mit ca. zehn Jahren in die Pubertät und hier ist ein gewaltiges Umdenken von Nöten (›was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr‹). Auch die Zahl der Teenie-Mütter steigt angeblich kontinuierlich an und das kann nicht wirklich im Sinne dieser jungen Mädchen sein, auch wenn einige davon sogar absichtlich schwanger werden;  aber das ist ein anderes Thema.
 
Meine Meinung: Anstatt horrende Summen für umstrittene Krebsimpfungen von jungen Mädchen zu finanzieren, sollte man vielleicht einmal darüber nachdenken allen Jugendlichen einen bezahlbaren Zugang zu Verhütungsmethoden/-mitteln zu verschaffen.
 
Allgemeine Meinung: Wenn man sich in den Medien umhört, fällt einem schnell auf, dass die Öffentlichkeit einen großen Unterschied macht bei der Bewertung der Vernichtung von neuem Leben. Abtreibung wird heutzutage toleriert. Tötet eine junge Frau aber ihr heimlich ausgetragenes und geborenes Baby nach dessen Geburt, so werden die Rufe nach Höchststrafen und Zwangssterilisation – oft vom männlichen Geschlecht vorgetragen! – teilweise sehr laut und manche sprechen öffentlich sogar von Lynchjustiz.
              
Ich kann mir das nur so erklären, dass es gerade Männer sind, die im Falle von Abtreibung ihre Partnerinnen dazu überreden, wogegen sie im Falle der sehr frühen Kindstötungen in der Regel von der Schwangerschaft gar nichts wissen und deshalb denken, sie seien ja überhaupt nicht beteiligt an ›so etwas‹. Tatsache ist aber, dass zu jeder Abtreibung oder Kindstötung nach verheimlichter Schwangerschaft ein Erzeuger gehört. 
    
     
    
Findelkinder
          
Findelkinder hat es schon immer gegeben. Sie werden anonym an Orten ausgesetzt, von denen man annehmen kann, dass die Kinder bald gefunden werden. Meistens handelt es sich um neugeborene Säuglinge, deren Mütter/Eltern auf keinen Fall aus der Anonymität heraus kommen wollen, die aber wollen, dass ihre Kinder leben. In der Regel wurden diese Kinder heimlich geboren, sodass niemand deren Geburt registriert hat und die Mütter vermutlich keine medizinische Hilfe in Anspruch genommen haben. Wer ein Kind auf diese Weise aussetzt, macht sich aus verschiedenen Gründen strafbar! Dies betrifft insbesondere den Bereich des Strafrechts, des Melderechtes, des Eltern- und Vormundschaftsrechts sowie das allgemeine Persönlichkeitsrecht. Findelkinder, deren Eltern nicht ausfindig gemacht werden können, kommen zur Adoption. Sie haben später so gut wie keine Möglichkeit jemals ihre leiblichen Eltern zu finden. Ihre Wurzeln sind für immer abgeschnitten.
    
   
            
Babyklappen
              
Bei Babyklappen handelt es sich um nichts anderes als fest installierte Abgabestellen für unerwünschte Neugeborene. Sie werden ebenso wie Findelkinder heimlich und ohne ärztliche Hilfe geboren und anonym abgegeben, aber der Abgabeort wird medizinisch kontrolliert. Damit ist garantiert, dass der Säugling sofort nach der Ablage in der Klappe versorgt wird – sofern diese funktioniert. Auch hier macht sich die Mutter strafbar, wenn sie diese Möglichkeit der Entsorgung ihres unerwünschten Kindes wählt. Die Betreiber dieser Abgabeeinrichtungen werben zwar gerne damit, dass ihr Angebot gesetzeskonform ist, aber dem ist definitiv nicht so (siehe hierzu weiter unten).
     
     
               
Anonyme Geburt
             
Nicht viel anders verhält es sich aus juristischer Sicht bei der ›anonymen Geburt‹, aber hier befinden sich Kind und Mutter zumindest während der Geburt unter ärztlicher Aufsicht. Da die Mutter nicht zur Preisgabe ihrer Daten gezwungen wird, kann sie danach das Krankenhaus verlassen und das zurückgelassene Kind gelangt in den Adoptionsprozess. Auch hier wird es nie erfahren, wer seine wahren Eltern sind. Auch wenn manche Organisationen das so propagieren, macht sich eine Mutter auch bei dieser Art der Kindsabgabe strafbar, auch wenn hier zumindest der Tatbestand der Vernachlässigung wegfallen dürfte.
        
            
Diverse Informationen zu den Themen Babyklappe und ›anonyme Geburt‹:
        
          
"Geboren und Weggegeben" (Alexander Teubel)
(2009, 208 Seiten, Verlag Duncker & Humblot, Berlin)
         
Zitat:
»Im Ergebnis ist festzustellen, dass die anonyme Kindsabgabe derzeit contra legem ist. Die Beteiligten sehen sich dem Anfangsverdacht der verschiedensten Straftatbestände ausgesetzt. Zivilrechtliche Vorschriften werden konterkariert, die Grundrechte der Beteiligten, insbesondere die der abgegebenen Kinder, nicht ausreichend beachtet. Abhilfe kann hier nur eine gesetzliche Regelung schaffen. Rechtskonform dürfte dabei eine Regelung sein, die künftig nur noch die geheime und in Ausnahmefällen die anonyme Geburt gestattet. Die Praxis der Babyklappen ist einzustellen.«  (Link zum Buch)
 
"Rechtliche Bewertung anonymer Geburt und Kindesabgabe" (Daniel Elbel)
(2007, 447 Seiten, Verlag Frank & Timme)
        
Kurzbeschreibung:
»Anonyme Geburten und Babyklappen als Hilfskonzepte zur Verhinderung von Aussetzungen und Tötungen Neugeborener werfen eine Vielzahl rechtlicher Fragen auf, denen der Autor in diesem Buch nachgeht. Dabei bildet die verfassungsrechtliche Dimension der Problematik den Schwerpunkt der Betrachtung. Auf der Grundlage einer umfassenden Abwägung der zuvor ausführlich herausgearbeiteten Grundrechtspositionen der Beteiligten, namentlich des Kindes, der Mutter und des Vaters, zeigt der Autor die verfassungsrechtlichen Möglichkeiten und vor allem Grenzen eines verbesserten Schutzes des Kindeslebens vor Aussetzung, Tötung und Abtreibung, mit dem Mittel der Anonymität bzw. der Geheimhaltung der Identität der Mutter auf. Dabei unterbreitet er auch Regelungsvorschläge, die den grundrechtlichen Schutzbedürfnissen aller Beteiligten Rechnung tragen«  (Link zum Buch)
            
  
Interessante Links:
                 
terre des hommes – »Babyklappe und anonyme Geburt«
               
Bund Deutscher Hebammen – »Beratung und vertrauliche Geburt, statt Babylappe und Anonymität« (Positionspapier 2006)
           
Klage »SterniPark vs. PFAD« – Vergleich zu einer Einstweiligen Verfügung gegen die Veröffentlichung einer Kritik an SterniPark  
        
   
     
Kindstötungen im Anschluss an die Geburt
       
DGPPN/DGKJP: Stellungnahme zur »Problematik von Kindstötungen« (2008)
              
»Kindstötungen unmittelbar nach der Geburtstellen häufig das Ende von verheimlichten oder verleugneten Schwangerschaften dar, die die Frauen sich zumeist lange Zeit nicht eingestehen wollten oder vor der Umwelt verbergen mussten. Diese Frauen sind nach den Erfahrungen der Experten überwiegend recht jung, von der Familie abhängig, psychisch unreif, leiden aber nicht unter einer psychischen Erkrankung. Sie haben häufig Persönlichkeitsprobleme mit einer ausgeprägten Fähigkeit, unangenehme Dinge auszublenden oder Probleme zu verleugnen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass sie keine innere Bindung zu dem ungeborenen Kind entwickeln. Nach der Geburt wollen diese Mütter sich des Kindes so schnell wie möglich entledigen. Selbst wenn sie die Idee haben, das Kind in eine Babyklappe zu geben, sind diese Frauen oft nicht dazu in der Lage, diese Absicht aktiv umzusetzen, weil dies, wie etwa beim Schwangerschaftsabbruch, bereits eine Bereitschaft zur aktiven eigenverantwortlichen Situationsbewältigung voraussetzt. Solche Frauen sind auch für Helfer nur schwer zu erreichen. Denn selbst wenn durch das soziale Umfeld der Verdacht auf eine Schwangerschaft geäußert wird, verleugnen viele diese Tatsache.«
Quelle: Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)
sowie derDeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)
 
           
Wieder eine brutale Kindstötung!
             
Am 12. Juli 2009 wurde bekannt, dass im nordhessischen Fuldabrück eine 22-jährige Frau alleine ein Mädchen zur Welt brachte und dieses gleich nach dem Abnabeln erstochen haben soll. Ihr selbst ging es so schlecht, dass sie ein Krankenhaus aufsuchen musste, wobei dieses grauenvolle Verbrechen aufflog. Erschreckend ist für mich die Summe der Stimmen, die sofort nach Lynchjustiz und Zwangssterilisation der jungen Frau aufriefen. Nur wenige brachten die teilweise verheerenden Zustände unserer Familien ins Spiel, mit denen sich gerade junge Menschen heute konfrontiert sehen, und nur vereinzelt wurde nach dem Vater gefragt. Fast alle Ankläger beschimpften die junge Frau als verantwortungslose Schlampe (milde beschrieben!) und verwiesen auf Babyklappe und Adoption. Aus Sicht des getöteten kleinen Mädchens wäre das zwar eine Lösung gewesen, aber für mich ist und bleibt so ein Verbrechen ein beschämendes Armutszeugnis für uns alle, denn es gilt schleunigst und drastisch die Zahl der ungewollten Schwangerschaften zu reduzieren, anstatt die Auslastung von umstrittenen Babyklappen zu fördern, damit anonyme Neugeborene für den inländischen Adoptionsmarkt zur Verfügung stehen.
              
An die Befürworter von Babyklappen:
Im nahen Fulda gibt es seit 2002 eine Babyklappe, was dieser jungen Frau, die bereits einen einjährigen Sohn hatt, sicher bekannt war. Warum also war sie nicht dazu in der Lage, ihr Kind wenigstens dorthin zu bringen?
   
Stoppt endlich den Nachschub an getöteten Neugeborenen durch Aufklärung zu ungewollten Schwangerschaften!